KROK '97: A Long Voyage Down The Dnieper River

It is no secret that Japan consumes a massive amount of animated entertainment, but just how big is the home video market? Fred Patten puts it all in perspective.

Mittwoch 13. August
Trotz Tanzen Singen, Lachen, Trinken, und Reden bis in den frühen Morgen, füllt sich das Kino bis auf den letzten Platz. Zwei Wettbewerbsprogramm sind zu sehen. Icar (Ungarn 1996) von Geza Toth, eine dreidimensionale Sandanimation visiualisiert den alten Traum der Menschheit vom Fliegen. Ein wenig kunsthandwerklich aber technisch überzeugend. Dieser Film ist der int. Jury (Raoul Servais (Belgien); Igor Volchek (Weissrussland); Natalya Orlowa (Russland); Monique Renault (Niderlanden) und Natalya Chernyshova(Ukraine), ein Diploma wert.

Der Film E=mc2 ebenfalls eine Sandanimation von der Ukrainerin Ala Churikova erzählte von der Geburt der Liebe, der Welt und der Selbstzerstörung. Eigentlich eine Fabel in der zwei Fische zueinander finden und sich am Ende gegenseitig tödlich bekämpfen.

Höhepunkt der zwei Programme für mich aber war der Film Golosa (Voices) den die zwei Moskauer Künstler Dimitry Rezchikov und Alexander Ratnowsky 1995 in der klassischen Cartoontechnik herstellten. Beide Regisseure erlernten ihr Handwerk im Moskauer Pilot Studio unter Alexander Tatarsky, bevor sie dann 1994 ihr eigenes Studio unter dem Namen 'DEVON' ins Leben riefen. Es ist unserer bornierten Fixiertheit auf westliche Kultur zu verdanken, dass russische Popkultur bei uns so gut wie unbakannt ist. Voices, ein Musicvideo für den gleichnamigen Song der populären russischen Sängerin Nastya Polewa. Aber auch die animierten Clips Acid Wine und Beasts aus dem gleichen Studio, übertreffen technisch, formal und ästhetisch in ihrer klaren Konzeption die oft überfinanzierten Produkte aus dem Westen spielend.

Donnerstag 14. August
Die KROK-Gäste scheinen keinen Schlaf zu kennen. Wieder tanzte das Festival bis tief in den Morgen. Der Himmel über der Ukraine ist wieder sonnenklar. KROK legt im Hafen von Kherson an. Nach dem Wettbewerb bringt ein Boot die ganze Gesellschaft auf eine Insel, wo uns ein Picknick geboten wird und ein Massenschwimmen stattfindet. Abgekühlt vom Schwimmen, stellen sich die Filmemacher den allabendlichen Fragen der Journalisten und Kritiker. Gleichzeitig tanzen auf dem Deck die jüngeren Gäste zu harten Techno Rythmen. Die 'Aelteren' treibt es in die Bar zu live vorgetragener Musik aus der Ukraine. Der Pianist und die Sängerin lassen das Publikum nicht vor fünf Uhr in der Früh zur Ruhe kommen. Im Cafe am anderen Ende des Schiffs spielen manche Karten, andere Diskutieren heftig bis spät in die Nacht. Und dort in der anderen Ecke des Cafe's wird herzhaft gelacht.

Das 50 Angestellte des Schiffs (vom Kapitän bis zum Koch) Tag und Nacht für das Wohl der Gäste sorgen fällt überhaupt nicht auf. Alles läuft wie am Schnürchen.

Freitag 15. August
Nach dem Frühstück macht das Festival im Hafen von Odessa fest. Paul Bush ist heute besonders elegant gekleidet. Sicherlich ist dies damit zu erklären, dass sein Film heute im Wettbewerb läuft. Paul ist nicht nur zum Vergnügen auf dem Schiff. Er nutzt jede freie Minute um an seinem neuen Film zu arbeiten. Da er die Kratztechnik (scratch technic) anwendet, passt sein Studio (Lichttisch, belichtetes 35mm Material und Werkzeug) spielend in sein Handgepäck. The Rime of The Ancient Mariner so der Titel seines Projekts, wir die Visuallisierung und Interpretation eines Gedichts von Samuel Tayler Coleridge, das dieser 1820 schrieb. Der Film wird 15 Minuten lang und soll im nächsten Jahr fertiggestellt sein. Immerhin hat Paul Bush bis dahin noch weitere 5.000 Bilder zu kratzen. Keine leichte Arbeit wenn man berücksichtigt, dass er an einem Bild manchmal bis zu fünf Stunden arbeitet.

Trotz strahlender Sonne ziehen sich dunkle Wolken über KROK zusammen. Das Mitglied der Jury, Igor Volchek musste wegen Problemen mit dem Magen ins Krankenhaus gebracht werden. Aus Moskau kam die traurige Nachricht, dass Vadim Kurtchevsky, herausragender Regisseur von vielen populären sowjetischen Filmen in der letzten Nacht gestorben ist. Viele seiner Freunde sind an Bord. Die Trauer zieht sich durch das ganze Schiff und ist in die Gesichter der Menschen geschrieben.




















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